Sport, Hobby und Spitzenleistungen

Die Brieftaube.
Sport, Hobby, Spitzenleistungen

Es gibt viele Freizeitangebote. Fast überall ist das Ziel, durch Leistung auch noch
gleichzeitig Bestätigung zu finden. Alle Hobbys mit Tieren setzen aber die Liebe
und Achtung zu der Kreatur voraus. Dies trifft auf das Brieftaubenhobby in besonderem
Maß zu, denn spätestens mit dem Start der Tauben aus dem Kabinenexpress ist die Brieftaube
auf sich alleine gestellt, d. h. vollkommen außerhalb dem Einfluss des Menschen.
Die Mitglieder treten nicht in Mannschaften an, es wird auch keine Unterscheidung des
Alters oder des Geschlechts vorgenommen. Jedes Mitglied steht mit seinen Tauben im
Wettbewerb zu seinem Verein, den Mitgliedern in den Reisevereinigungen bis hin zum
Verband. Dies heißt im Klartext: jedes Mitglied unserer Reisevereinigung hat die Möglichkeit
Deutscher Meister zu werden. Deutscher Meister im Brieftaubensport heißt aber auch ca.
50.000 Brieftaubenfreunde hinter sich zu lassen.....

Wer betreibt das Hobby Brieftauben?

Wie oben bereits erwähnt, Altersgrenzen gibt es nicht. Was die Freunde des Brieftaubenhobbys
vereint, ist die Liebe zur Kreatur. Niemand wird je Erfolg haben, der diese Voraussetzung
nicht mitbringt. Die Brieftaube ist eine äußerst sensible Kreatur, die die Zuneigung des Züchters
auch mit Zuneigung zurückgibt. Nicht umsonst haben gerade Mädchen und Frauen sehr gute Erfolge. Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass gerade das weibliche Geschlecht hier
Vorteile gegenüber dem männlichen Geschlecht hat.

Was ist eine Brieftaube?

Die Brieftaube wurde über Jahrzehnte aus der Felsentaube gezüchtet. Die Felsentaube hat
in der Ägyptischen Geschichte bereits eine Rolle als Nachrichtenträger gespielt. Diese
Eigenschaft des Heimfinde Vermögens wurde, beginnend in Belgien, gezielt in der Zucht
laufend verbessert.

Was macht die gute Brieftaube aus?

Das wohl wichtigste Merkmal ist die Intelligenz, die eine Auswertung der vom Erdmagnet-
feld und Sonnenstand ausgehenden Daten entsprechend auswertet und damit den direkten
Weg vom Auflassort zum Heimatschlag ermöglicht. Ebenso wichtige Faktoren sind die
absolute Gesundheit sowie die körperlichen Voraussetzungen, um einen stundenlangen
Nonstopflug zu meistern. Eine gut vorbereitete Brieftube erreicht das Ziel Heimatschlag
so wie ein sehr gut vorbereiteter Leistungssportler ohne große Ermüdungserscheinungen.
Nur wer die Materie kennt, kann ermessen, welches Gefühl sich meldet, wenn seine
Lieblingstaube aus großer Höhe im Sturzflug den Heimatschlag ansteuert und als Ausdruck
der Freude noch ein oder zwei Ehrenrunden flügelklatschend dreht.

Wettflugzeit

Der wohl interessanteste Teil des Jahres ist die Wettflugzeit. Diese Zeit ist in die Monate
April bis September gelegt, wo auch die besten Wettervoraussetzungen sind. Begonnen
wird meist mit Trainingsflügen kürzester Entfernung 5 - 20 km, um die Tiere wieder
einzustimmen.
Die eigentliche Wettflüge beginnen Anfang Mai. Bis Ende Juli stehen 13 Wettflüge auf
dem Programm ( siehe auch den Reiseplan 2011 ). Die Entfernungen liegen zwischen
180 – 630 km Luftlinie. Die Tiere werden mit unserem Spezialfahrzug, dem so
genannten Kabinenexpress, an den von der Reisevereinigung Sieben Berge vorge-
schriebenen Einsatzstellen Marienau, Rheden und Emmerke abgeholt und meistens
in einer Nachtfahrt zum Bestimmungsort gebracht. Zu dem Spezialtransporter ist noch
zu erwähnen, dass in den so genannten Boxen, ähnlich wie Schubladen, nur eine bestimmte
Anzahl von Taben verladen werden darf. Das Fahrzeug besitzt eine automatisch geregelte
Belüftung sowie eine automatische Tränkenanlage. Selbstverständlich ist auch für Futter-
vorrat gesorgt.

Der Start unserer Tauben erfolgt nur nach Freigabe des Auflassleiters in Abstimmung mit
dem Fahrer. Der Auflassleiter hat die verantwortungsvolle Aufgabe, mittels deutschem
Wetteramt und Internet festzulegen, welches der beste Zeitpunkt des Auflasses ist, um die
Tauben vor Wetterunbilden zu bewahren und einen Heimflug ohne Hindernisse zu
gewährleisten. Die größten Hindernisse sind Nebel, starker Regen und hohe Windstärken.
Der eigentliche Wettflug beginnt mit dem Start, wenn der „Kabi“ seine Klappen öffnet
und die Tauben den Rückflug in die Heimat antreten.
Auflasszeit, Ankunftszeit und Flugstrecke ( gerade Linie vom Auflassort zum Heimatschlag )
bilden die Daten zur Wettflugauswertung. Aus diesen Daten ergibt sich eine Fluggeschwindig-
keit in Meter pro Minute. Die unterschiedlichen Entfernungen der einzelnen Heimatschläge
werden in die Bewertung einbezogen. Die Entfernungsdaten werden von einem GPS-Gerät
vermessen und auf den Meter genau angezeigt. Die Registrierung und Zuordnung erfolgt
über den elektronischen Ring jeder einzelnen Taube, vor der Verladung in den Kabinenexpress. Die Daten von jeder Taube werden über ein Lesegerät im PC jeder Einsatzstelle gespeichert.

Wenn die Tauben dann am nächsten Morgen den Rückflug antreten und den Heimatschlag
erreichen wird jede Taube mit Nummer und Ankunftszeit durch einen Sensor registriert.
sämtliche Daten werden nach dem Flug aus den Einsatzstellen Marienau, Rheden und
Emmerke per E-Mail an die Verrechnungsstelle weitergeleitet und über EDV ausgewertet
und für jeden einzelnen Züchter als Preisliste ausgedruckt.
Besondere Höhepunkte sind die vom Verband ausgeschriebenen Medaillenflüge bei denen
je nach Flugstrecke die Bronze, Silber und Goldmedaille errungen werden kann.

Aktivitäten in der wettflugfreien Zeit

Neben den erwähnten Wettflügen finden in der Winterzeit auch Ausstellungen statt. Diese
Ausstellungen sind in der Regel gekoppelt an die erbrachte Flugleistung. Die bedeutet, dass nur Tauben mit entsprechender Leistung zur Ausstellung zugelassen werden. Die
Bewertung bei diesen Ausstellungen erfolgt nur nach Leistungsmerkmalen wie Körperbau
Muskulatur, Qualität des Gefieders, wobei die Farbe des Gefieders keine Rolle spielt.
Die Intelligenz der Taube ist zwar nicht messbar, aber von erfahrenen Preisrichtern
zumindest erahnbar, was sich bei der Bewertung des Gesamteindrucks der Taube nieder- schlägt.

Was macht die Faszination des Brieftaubenhobbys noch aus?

Sicher spielt die Geselligkeit auch eine große Rolle. Wie schon erwähnt, es gibt keine
Altersgrenzen. Es bereitet immer wieder besondere Freude, wenn z.B. ein(e) Jungzüchter(in)
alten Hasen bei einem Flug durch bessere Wettflugergebnisse die Grenzen aufzeigt.
Oft ist es der kleine Taubenbestand und der damit enge Kontakt zu den Tieren, der besondere
Leistung hervorbringt. Wohl kein anderes Hobby ist in die Naturgesetze so eingebunden
Wie die Brieftaubenzucht und jeder Brieftaubenliebhaber weiß dies und muss wohl oder
übel die Naturgesetze verstehen und akzeptieren.

Ob beim Freiflug um den Heimatschlag oder auf der Wettflugstrecke, es gibt immer
wieder Verluste durch den Habicht, Sperber Wanderfalken oder Hochspannungsleitungen.
Jeder Brieftaubenzüchter freut sich, wenn seine Tiere hervorragende Leistungen zeigen.
Es ist für ihn eine Bestätigung, wenn neben dem eingeschlagenen Zuchtziel- nämlich
gute Tauben zu züchten – sich seine Tauben auch in bester Verfassung befinden. Diese
körperliche und geistige Verfassung erarbeitet der Züchter in der Woche zwischen den
Flügen mit viel Fingerspitzengefühl.
Das Hobby Brieftauben ist zwar auch auf Leistung abgestimmt, die Freude über die
Heimkehr der vielleicht etwas verspäteten Tauben ist aber sicher nicht kleiner. Zugleich
Gibt dies dem Züchter Ansporn, seine Tauben die nächste Woche noch besser vorbereitet auf den Wettflug zu schicken.

Verirrte Brieftaube

Was ist zu tun, wenn Sie eine verirrte Brieftaube gefunden haben?
Stellen Sie bitte fest, ob es sich wirklich um eine Brieftaube handelt. Brieftauben haben
Grundsätzlich einen bzw. zwei Fußringe. Den Verbandsring und den Elektronikring.

Erstversorgung der Taube

Eine flache Schale in ihrer Sichtweite aufstellen und mit Wasser füllen sowie Körner
wie Erbsen, Linsen, Bohnen, Reis, Sonnenblumenkerne oder Haferflocken hinstreuen.
Durch diese Erstversorgung erholt die Taube sich schnell und fliegt meistens zu ihrem
Heimatschlag zurück. Sollte das Tier nicht zurückfliegen, die Taube bitte festsetzen und
sich an den Vertrauensmann der Reisevereinigung Sieben Berge wenden.

Vertrauensmann

Norbert Preller
Söhrer Tor 16
31199 Diekholzen
Tel. 05121/264077